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Drogen: Wer an
Kolumbien denkt, dem fällt schnell dieses Wort ein. Hinter
diesem Wort verstecken sich die Gier nach Geld, der Profit des
Drogenhandels und die bewaffneten Konflikte, die Kolumbien
gezielt zu einem unsicheren und chaotischen Land machen. Und
hinter diesem Wort verstecken sich dramatische Schicksale,
denn vor allem die Straßenkinder Kolumbiens leiden an den
dramatischen Folgen der Sucht. Die meisten von ihnen
schnüffeln Klebstoff oder – wenn sie es sich gerade leisten
können – konsumieren sie ein Rauschgift namens „Basuco“: ein
Abfallprodukt bei der Herstellung von Kokain.
Ein Priester
hilft
In elf Häusern kümmert sich die von Missio unterstützte „Fundacíon
Hogares Claret“ um die Rehabilitation von Kindersoldaten,
Straßenkindern und Drogensüchtigen. Gegründet wurde diese
Organisation vor 23 Jahren vom kolumbianischen Ordenspriesters
Gabriel Mejia. Seit damals betreute dieses Hilfswerk mehr als
28.000 Menschen in einer der gefährlichsten Regionen der Welt
und eignete sich eine international anerkannte Expertise im
Umgang mit Gewalt, Drogensucht und -prävention an.
Die
Persönlichkeit wird aufgebaut
In den Rehabilitationszentren wird eine spezielle Methode
angewandt, die Padre Mejia „interventionstherapeutische
Kommunität“ nennt. Dabei geht es um eine Gemeinschaft, die
Hilfe zur Selbsthilfe bietet: "Du hilfst mir, ich helfe dir,
wir helfen uns, die Kommunität baut auf." Die Grundpfeiler
dieses Lebens in Gemeinschaft sind Respekt, Gerechtigkeit und
ein sehr hoher Gehalt an Spiritualität. Padre Mejia ist
überzeugt davon, dass zuerst die Persönlichkeit des Süchtigen
wieder aufgebaut werden muss, bevor man mit der eigentlichen
Therapie beginnen kann.
Der Erfolg
spricht für sich
Die meisten Kinder bleiben fünf bis acht Jahre in den Häusern
und durchlaufen verschiedene Stationen. Sie bekommen etwas zu
essen, einen Schlafplatz und können Computerkurse oder
kreative Workshops besuchen, die ihnen eine Ausbildung
schmackhaft machen sollen. Die einzige Bedingung, die an die
Kinder gestellt wird: Sie müssen ihre Waffen beim Portier
abgeben und sich duschen. Dann können sie so lange bleiben wie
sie wollen. Diejenigen, die bleiben wollen, werden eingeladen,
eine Entzugstherapie zu machen, um danach in eine betreute
Wohngemeinschaft ein wenig außerhalb der Großstadt zu ziehen.
Jene, die das schaffen, werden selten rückfällig und einigen
konnte sogar schon ein Studium in Medellin oder Bogota
ermöglicht werden! |